ÖMT-Arbeitskreis Oberbau

Rückblicke

Das war die ÖMT-Arbeitskreissitzung Oberbau und Bahnerhaltung
am 4. Mai 2013 in Mariazell

Im Rahmen der turnusmäßigen ÖMT-Arbeitskreissitzungen fand am 4. Mai 2013 eine Exkursion zur Museumstramway Mariazell  statt. Arbeitskreisleiter Alfred Fleissner und zugleich Präsident der IG-Museumstramway stellte auf der im Herbst des Vorjahres in Angriff genommenen Streckenverlängerung Richtung Stadtzentrum von Mariazell eine Reihe interessanter Lösungen für den Oberbau an Museumsbahnen vor.

      Auf der ehemaligen Trasse der Mariazellerbahn Richtung Gußwerk liegt seit Herbst 2012 bereits der normalspurige Oberbau. Auf Stahlschwellen kamen Vignolschienen des Profils Xa zum Einbau, während die im Vordergrund sichtbare Federschienenzungenweiche der Abzweigung Richtung Stadtzentrum das Profil S33 aufweist

Die Anforderungen an den Oberbau von Museums- und Touristikbahnen unterscheiden sich grundsätzlich von jenen öffentlicher Schienenbahnen mit Planverkehr. Es erweist sich daher als Trugschluss die Erfahrungen und Standards von Strecken mit Planbetrieb, ohne Anpassungen auf Museums- und Touristikbahnen zu übertragen. Bei diesen überwiegen die Einflüsse aus Natur und Witterung gegenüber jenen des eigentlichen Fahrbetriebes. Aufwändige Instandsetzungen mit teuren, für den ursächlichen Zweck jedoch wenig effizienten, Materialien zeigen auf lange Sicht oftmals nicht den gewünschten Erfolg und stellen sich rückwirkend als teure Fehlinvestitionen heraus.

      Im Bereich der ehemaligen Bahnmeisterei erfolgte die Errichtung eines Rillenschienen-Oberbaus mit Schienenprofilen Ph37.

Ebenso sind die Investitionen in die Infrastruktur für den Fahrgast in den seltensten Fällen sichtbar, weshalb man sich mancherorts geneigt fühlt, die ohnehin begrenzten finanziellen Mittel publikumswirksam in die Fahrzeuge zu investieren. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass schlechter Oberbau neben der Herabsetzung des Fahrkomforts, was von den Besuchern vielleicht noch als recht lustig empfunden wird, zu Schädigungen an den Fahrbetriebsmitteln führt. Zusätzliche Investitionen zu deren Instandsetzung wären somit jedoch besser in einer zustandsorientierten Erhaltung des Oberbaues angelegt gewesen

       Gruppenfoto beim Gleisende des bereits vor einigen Jahren fertiggestellten normalspurigen Abschnitts auf der Strecke Richtung Gußwerk, beim „Mariazellerblick".

Der ÖMT-Arbeitskreis Oberbau und Bahnerhaltung ist daher bemüht durch einen intensiven Erfahrungsaustausch und der Vermittlung von Bezugsquellen für Oberbaumaterial und einschlägige Dienstleitungen zu einer ökonomischen Erhaltung der Infrastruktur, unter Berücksichtigung der Ansprüche an die Bewahrung technischen Kulturgutes, beizutragen. Dies sichert langfristig den Bestand der in Österreich verkehrenden Museums- und Touristikbahnen, sowie deren Akzeptanz in der Öffentlichkeit und bei Behörden.


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