Österreichischer Bahnkultur-Preis

Mit diesem im Jahr 2016 erstmals ausgelobten Preis, dessen Vergabe im Zweijahresrhythmus, erfolgt, wird ein wichtiges und innovatives Werk, ein Projekt oder eine Organisation auf dem Gebiet der österreichischen Museums- und Touristikbahnen ebenso gewürdigt, wie außerordentliche Leistungen auf dem Gebiet der österreichischen Eisenbahngeschichte.

In unserem Land hat sich in den letzten Jahrzehnten eine bunte Vielfalt zahlreicher historischer Bahnen und Zugbetreiber etabliert. Diese vermitteln, mit ihren gut 3000 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, den Besuchern lebendige Technik und geben Einblick in den Bahnbetrieb vergangener Zeiten. Neben einer Vielzahl ehrenamtlich tätiger Organisationen, sind auf diesem Sektor aber auch einige Verkehrsunternehmen aktiv die sich Ihrer Tradition wohl bewusst sind. Sie bewahren Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen als unwiederbringliches technisches Kulturgut vor dem Verfall, zu dessen Erhaltung staatlichen Organisationen die finanziellen Mittel oder einfach nur das Interesse fehlt. Zum Kulturerbe zählen nicht nur Literatur, Kunst und Gegenstände, sondern man begegnet ihm auch in technischen Einrichtungen die wir täglich benutzen. Historische Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen sind demnach ebenso als wertvolles Kulturgut zu betrachten. Die Bewahrung von Strecken mit ihren Bauwerken, althergebrachter Handwerkskunst und Praktiken gehört genauso dazu wie der Aufbau von Sammlungen von Fahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen und Dokumenten.

Im Jahr 2020 liegt der Fokus des Österreichischen Bahnkultur-Preises auf dem Themenbereich „Fahrzeuge" Die Leistungen müssen in den letzten Jahren entstanden und wegweisend oder innovativ für die Erhaltung und die Ausgestaltung des historischen, touristischen oder musealen Eisenbahnwesens in Österreich sein.

Die Vergabe dieses Preises soll einmal mehr auf die Leistungen der Mitglieder des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen aufmerksam machen, um ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern.

Folgende Projekte aus ÖMT-Mitgliedsorganisationen wurden eingereicht, welche die Aufarbeitung, Instandsetzung oder Wiederinbetriebnahme historischer Lokomotiven, Triebwagen und Waggons zum Thema haben, inklusive der damit zusammenhängenden Planungs- und Dokumentationsarbeiten:

Aufarbeitung des Steuerwagens 6546.210

Bahn im Film

Baureihe 2095 mit Vierachser-Garnitur

Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn

Projekt V 15

NÖVOG-Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft m.b.H

Die Wiederinbetriebnahme der NÖLB U.1

ÖGLB-Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen

Einbau einer INDUSI in den Triebwagen VT 10.02

STEF-Steirische Eisenbahnfreunde

 

Die Aufarbeitung des Triebwagens 93 und des Beiwagens 111B der Grazer Straßenbahn

Tramway Museum Graz

Der Exkursionswagen 82 der Wiener Straßenbahn

VEF-Verband der Eisenbahnfreunde

 

Technische Anpassung historischer Fahrzeuge der Gmundner Straßenbahn für die Traunseetram

Verein Pro Gmundner Straßenbahn

 

 

Die Bewertung erfolgte durch eine unabhängige Jury, der folgende Fachleute der Materie angehören:

Univ.-Prof. Dipl. Arch. ETH Dr. Christian Hanus

Donau Universität Krems

Anita Klug

Steiermark-Card

Dipl.Ing. Dr. Richard Dieckmann

Bundesdenkmalamt

Gudrun Lamm

BAHNORAMA distributed by GUROLA e.U.

Dipl.Ing. Ernst Lung

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie

Die Preisverleihung war ursprünglich im Rahmen der ÖMT-Herbsttagung am 13. November 2020 in Gmünd geplant. Durch deren Absage, in Folge der COVID-19-Maßnahmen, konnte dies allerdings nicht wie geplant erfolgen. Auch die verfügten Kontaktbeschränkungen und das Veranstaltungsverbot werden uns wohl noch weit über die Weihnachtsfeiertage hinaus begleiten und persönliche Treffen in größerem Kreis unterbinden. Damit der Österreichische Bahnkultur-Preis 2020 nicht erst im Jahr 2021 verliehen wird und damit seine vorgesehene Wirkung einbüßt, erfolgte am 11. Dezember 2020 die virtuelle Verleihung im Rahmen einer Videokonferenz. Als Studio für die physische Überreichung der Trophäe für das Siegerprojekt diente dabei das TEML-Technisches Eisenbahnmuseum Lieboch der Steirischen Eisenbahnfreunde. So war es auch möglich nicht nur die Repräsentanten der Preisträger, sondern auch die Presse und einen interessierten Personenkreis, per telematischer Übertragung, als Zuschauer einzubinden.

Der Sprecher der Jury, Univ.-Prof. Dipl. Arch. ETH Dr. Christian Hanus - Leiter der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Donau-Universität Krems, betonte in seiner Rede zur Preisverleihung, dass bei aller Unterschiedlichkeit der aus 8 ÖMT-Mitgliedsorganisationen eingereichten Projekte es doch eine Gemeinsamkeit gab; das außerordentlich hohe Niveau der Bewerbungen.

Das erschwerte die Arbeit der unabhängigen Jury und in einem mehrstufigen Bewertungsverfahren das folgende Kriterien umfasste

* Denkmalkriterien, musealer Aspekt, Authentizität

* Öffentliche Wahrnehmung und Wirksamkeit, Tourismus

* Nutzung, Betriebskonzept, Sicherheit

* Soziale Aspekte, Freiwilligentätigkeit, Immaterielles Erbe

* Finanzierung, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit

ergab sich ein äußerst knappes Ergebnis bei der Reihung. Dabei ging das Projekt der Steirischen Eisenbahnfreunde als Sieger hervor, knapp gefolgt von den punktegleichen Projekten der Österreichischen Gesellschaft für Lokalbahnen und der Bregenzerwaldbahn Museumsbahn die den zweiten Platz belegten. Auf Grund der Ausgeglichenheit der übrigen Bewerbungen wurde innerhalb dieser keine Reihung vorgenommen, diese gemeinsam an dritter Stelle platziert und mit der Verleihung eines Ehrenpreises entsprechend gewürdigt.

1. Platz:

 

Einbau einer INDUSI in den Triebwagen VT 10.02

STEF-Steirische Eisenbahnfreunde

2. Platz:

 

Die Baureihe 2095 mit Vierachser-Garnitur

Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn

Die Wiederinbetriebnahme der NÖLB U.1

ÖGLB-Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen

3. Platz - Ehrenpreise

 

Die Aufarbeitung des Steuerwagens 6546.210

Bahn im Film

Das Projekt V 15

NÖVOG-Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft m.b.H

Die Aufarbeitung des Triebwagens 93 und des Beiwagens 111B der Grazer Straßenbahn

Tramway Museum Graz

Der Exkursionswagen 82 der Wiener Straßenbahn

VEF-Verband der Eisenbahnfreunde

Die Technische Anpassung historischer Fahrzeuge der Gmundner Straßenbahn für die Traunseetram

Verein Pro Gmundner Straßenbahn

In jedem Falle trägt der Österreichische Bahnkultur-Preis 2020 dazu bei, einmal mehr auf die Leistungen der Mitglieder des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen aufmerksam zu machen, um besonders in diesen schwierigen Zeiten ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern.

Unser spezieller Dank ergeht an die Donau-Universität Krems, für die erwiesene Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der virtuellen Preisverleihung.

Die monetäre Dotierung des Preises wurde durch die Unterstützung folgender bahnaffiner Unternehmen und Organisationen ermöglicht.

DB-Fahrzeuginstandhaltung GmbH

Arbeiterkammer Steiermark

Distributed by GUROLA e.U


Österreichischer Bahnkultur-Preis 2018

Österreichischer Bahnkultur-Preis 2016


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