Österreichischer Bahnkultur-Preis

Mit diesem im Jahr 2016 erstmals ausgelobten Preis, dessen Vergabe im Zweijahresrhythmus, erfolgt, wird ein wichtiges und innovatives Werk, ein Projekt oder eine Organisation auf dem Gebiet der österreichischen Museums- und Touristikbahnen ebenso gewürdigt, wie außerordentliche Leistungen auf dem Gebiet der österreichischen Eisenbahngeschichte.

Seitens der Europäischen Kommission wurde das Jahr 2018 als „Europäisches Jahr des Kulturerbes" ausgerufen. Zum Kulturerbe zählen nicht nur Literatur, Kunst und Gegenstände, sondern man begegnet ihm auch in technischen Einrichtungen die wir täglich benutzen. Historische Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen sind demnach ebenso als wertvolles Kulturgut zu betrachten. Die Bewahrung von Strecken mit ihren Bauwerken, althergebrachter Handwerkskunst und Praktiken gehört genauso dazu wie der Aufbau von Sammlungen von Fahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen und Dokumenten.

In unserem Land hat sich in den letzten Jahrzehnten eine bunte Vielfalt zahlreicher historischer Bahnen und Zugbetreiber etabliert. Diese vermitteln, mit ihren gut 3000 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, den Besuchern lebendige Technik und geben Einblick in den Bahnbetrieb vergangener Zeiten. Sie bewahren Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen als unwiederbringliches technisches Kulturgut vor dem Verfall, zu dessen Erhaltung staatlichen Organisationen die finanziellen Mittel oder einfach nur das Interesse fehlt. Neben einer Vielzahl ehrenamtlich tätiger Organisationen, sind auf diesem Sektor aber auch einige Verkehrsunternehmen aktiv die sich Ihrer Tradition wohl bewusst sind.

Im Jahr 2018 liegt der Fokus des Österreichischen Bahnkultur-Preises auf dem Themenbereich „Infrastruktur".

Folgende Projekte aus ÖMT-Mitgliedsorganisationen wurden eingereicht, welche die Sicherung, den Erhalt, die Errichtung und den Wiederaufbau von Infrastruktur, also von Strecken und / oder Bahnbauwerken von Museums- und Touristikbahnen zum Thema haben:

Zur Kurzpräsentation auf des jeweilige Bild klicken!

Generalsanierung Remise St. Florian
der Lokalbahn Ebelsberg - St. Florian

Club Florianerbahn

Sanierung der Bahnbauwerke der Feistritztalbahn

Feistritztalbahn Betriebsgesellschaft mbH

Die Streckenverlängerung der Museumstramway Mariazell zur Stadt

Österreichisches Straßenbahn- und Lokalbahnbetriebsmuseum - „Interessensgemeinschaft Museumstramway"

Die Elektrifizierung der Anschlussbahn ins Historama in Ferlach

Nostalgiebahnen in Kärnten

Errichtung einer themenbezogenen Gastronomie
am Bahnhof Stainz

Stainzer Flascherlzug, Florian-Schaar KG

Ein neues Museum – Das Museumsdepot Traiskirchen

Wiener Tramwaymuseum

Die Bewertung erfolgte durch eine unabhängige Jury, der folgende Fachleute der Materie angehören:

Univ.-Prof. Dipl.-Arch. ETH Dr. Christian Hanus

Donau Universität Krems

Mag. Andrea Jöbstl-Prattes

Steiermark-Card

Dipl.-Ing. Dr. Richard Dieckmann

Bundesdenkmalamt

Harald Scherz

Bahnorama

Dr. Gerhard Michael Dienes

Universalmuseum Joanneum

In einem mehrstufigen Bewertungsverfahren ergab sich folgende Reihung der eingereichten Projekte:

1. Platz

Österreichisches Straßenbahn- und Lokalbahnbetriebsmuseum - „Interessensgemeinschaft Museumstramway"

2. Platz

Nostalgiebahnen in Kärnten

2. Platz

Club Florianerbahn

4. Platz

Wiener Tramwaymuseum

5. Platz

Feistritztalbahn Betriebsgesellschaft mbH

6. Platz

Stainzer Flascherlzug, Florian-Schaar KG

Die Verleihung des Preises erfolgte im Rahmen der Herbsttagung des ÖMT-Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen. Diese fand von 16. bis 18. November 2018 in Graz statt, wobei als Gastgeber das Tramway Museum Graz firmierte.

Der Sprecher der Jury, Univ.-Prof. Dipl. Arch. ETH Dr. Christian Hanus - Leiter der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Donau-Universität Krems, betonte in seiner Rede zur Preisverleihung das hohe Niveau der eingereichten Projekte und begründete die nach folgenden Kriterien getroffenen Entscheidungen.

* Denkmalkriterien, musealer Aspekt, Authentizität

* Öffentliche Wahrnehmung und Wirksamkeit, Tourismus

* Nutzung, Betriebskonzept, Sicherheit

* Soziale Aspekte, Freiwilligentätigkeit, Immaterielles Erbe

* Finanzierung, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit

Dies führte zu einem äußerst knappen Ergebnis bei der Reihung. Hinter dem Siegerprojekt der Museumstramway Mariazell belegten der Club Florianerbahn und die Nostalgiebahnen in Kärnten mit gleicher Punktezahl somit den zweiten Platz.

In jedem Falle trägt der Österreichische Bahnkultur-Preis 2018 dazu bei, einmal mehr auf die Leistungen der Mitglieder des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen aufmerksam machen, um besonders im „Europäischen Jahr des Kulturerbes" ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern.

Die monetäre Dotierung des Preises wurde durch die Unterstützung folgender bahnaffiner Unternehmen und Organisationen ermöglicht.

DB-Fahrzeuginstandhaltung GmbH

Arbeiterkammer Steiermark

Europäische Föderation der Museums- und Touristikbahnen

SH-Production
Symes Schutzmann&CoKG

Österreichischer Bahnkultur-Preis 2016

 


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