Die Ziele des ÖMT - Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen

Obwohl auf dem Sektor des historischen Schienenverkehrs bereits seit dem Jahre 1950 Aktivitäten gesetzt und im Laufe der Zeit zahlreiche Vereine gegründet wurden, verfügten diese Gruppierungen durch mehr als fünf Jahrzehnte über keine Interessensvertretung.

Nach intensiven Vorbereitungen ist es gelungen im „Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen“ - kurz ÖMT genannt - eine entsprechende Interessensvertretung zu schaffen. Bei der Gründungsversammlung am 30. Oktober 2004 traten 16 Vereine und Verkehrsunternehmen bei und legten die solide Basis für eine effektive Zusammenarbeit. Der ÖMT zählt zum Stichtag 1. Jänner 2020 insgesamt 40 Vereinigungen und Verkehrsunternehmen zu seinen ordentlichen Mitgliedern, womit der Großteil der themenbezogenen Organisationen Österreichs im ÖMT vertreten ist.  Darüber hinaus unterstützen Organisationen sowie Unternehmen für bahnspezifische Lieferungen und Leistungen die Arbeit des ÖMT als "Assoziierte Mitglieder" und "Fördernde Mitglieder".

Als Fachverband will der ÖMT keinesfalls in das Wirken der  Mitgliedsorganisationen eingreifen, sondern nur beratende und koordinierende Funktionen ausüben. Vorschriften zu machen oder Richtlinien zu erlassen liegt ebenso fern wie eine Gleichschaltung der bunten Szenerie, die sich in unserem schönen Land im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Die jeweils im Frühjahr und Herbst stattfindenden Verbandstagungen bilden einen geeigneten Rahmen für Fachvorträge und zur Förderung des Erfahrungsaustausches.

Durch die Mitgliedschaft des ÖMT bei FEDECRAIL - der Europäischen Föderation der Museums- und Touristikbahnen - eröffnen sich unseren Mitgliedsorganisationen neue Perspektiven in der Zusammenarbeit des Erfahrungsaustausches und der Nachwuchsförderung auf internationaler Ebene.

Die Mitgliedschaft im Fachverband der Schienenbahnen ermöglicht es, die Anliegen der ÖMT-Mitgliedsorganisationen auch in der Interessensvertretung der Wirtschaftskammer Österreich vorbringen zu können.

Das Wirken des ÖMT erstreckt sich nicht nur auf das Gebiet der Republik Österreich, sondern auch auch auf die von Österreich in technik- und verkehrsgeschichtlicher Weise geprägten Regionen.
Dessen vorrangigste Ziele sind:

Zum Erreichen der gesteckten Ziele langt es aber keineswegs sich in den zweimal jährlich stattfindenden Verbandstagungen auszutauschen. In speziellen  Arbeitskreisen, denen Fachleute aus den Mitgliedsorganisationen angehören, wird das vorhandene Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten gebündelt und aufbereitet.

Die Herausforderungen der nächsten Jahre stellen sich vielfältig dar, ist doch das Umfeld in denen historische Schienenfahrzeuge und Bahnen betrieben werden ständigen Veränderungen unterworfen.

So zeichnen sich vor allem auf staatlicher Schieneninfrastruktur, durch geänderte Zugsicherungssysteme und die Umsetzung europäischer Regelungen zur Gewährsleistung der Interoperabilität, beachtliche Hemmnisse für den Einsatz historischer Züge ab. Auf die größtenteils ehrenamtlich erbrachten Leistungen der nicht auf Gewinn ausgerichteten Zugbetreiber wird dabei in den seltensten Fällen Rücksicht genommen. Der ÖMT-Arbeitskreis Bahnbetrieb und Personal befasst sich seit geraumer Zeit mit diesem Themenkreis und wurde diesbezüglich bereits im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie vorstellig.

Zur Aufrechterhaltung des Dampfbetriebes ist neben der betriebsfähigen Erhaltung der Triebfahrzeuge auch die Ausbildung des Nachwuchses an Lokführern und Heizern erforderlich. Die Zusammenarbeit der Organisationen untereinander gilt es hierbei zu fördern um das vorhandene Wissen über Generationen zu bewahren. Doch auch die Versorgung mit Kohle entsprechender Qualität stellt in Zeiten der Abkehr von fossilen Energieträgern eine große Herausforderung dar. Gilt es doch, vielleicht aus globaler Sicht sinnvoll erscheinende Auflagen und damit einhergehende monetäre Abgaben, von dem für das Weltklima völlig unbedeutenden Museumsbahn-Dampfbetrieb abzuwenden und maßvolle Regelungen zu erarbeiten. Diesbezüglich besteht bereits eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem VDMT-Verband Deutscher Museums- und Touristikbahnen, sowie einem Spezialisten für Thermodynamik und Emissionsmessungen

Ein weiteres Betätigungsfeld öffnet sich bei den nach den Veranstaltungsgesetzen der Bundesländer betriebenen Museumsbahnen, die der Aufsicht der Bezirksverwaltungsbehörden unterliegen. Oftmals zeigen sich diese mit den komplexen Themen des Bahnbetriebs überfordert, ist doch dieser in den derzeitigen Gesetzestexten kaum präzisiert. Regional unterschiedliche Maßnahmen für gleichartige Problemstellungen sind dabei mitunter die Folge. Eine bundesweit einheitliche Regelung, vor allem in Bezug auf Bahnübergänge und bestehende Schutzrechte der Eisenbahn, gilt es zu erarbeiten. Sei es auf Basis der Veranstaltungsgesetze oder der Überführung der betroffenen Museumsbahnen ins Eisenbahngesetz mit Erleichterungen analog zu den Anschlussbahnen und Materialbahnen. Die Umbildung der Bundesregierung schob dieses bereits weit gediehene Projekt allerdings in die Warteschleife.

Um all diese Themen einer Lösung zuzuführen ist nicht nur die intensive Beteiligung aller ÖMT-Mitgliedsorganisationen erforderlich, sondern auch der Beitritt der wenigen noch nicht zum Verband gehörigen Museumsbahnen wünschenswert. Denn nur gemeinsam mit dem ÖMT als kompetenter Standesvertretung sind wir stark.


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