Österreichischer Bahnkultur-Preis 2018
Seitens der Europäischen Kommission wurde das Jahr 2018 als „Europäisches Jahr des Kulturerbes" ausgerufen. um Kulturerbe zählen nicht nur Literatur, Kunst und Gegenstände, sondern man begegnet ihm auch in technischen Einrichtungen die wir täglich benutzen. Historische Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen sind demnach ebenso als wertvolles Kulturgut zu betrachten. Die Bewahrung von Strecken mit ihren Bauwerken, althergebrachter Handwerkskunst und Praktiken gehört genauso dazu wie der Aufbau von Sammlungen von Fahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen und Dokumenten.
Im Jahr 2018 lag der Fokus des Österreichischen Bahnkultur-Preises auf dem Themenbereich „Infrastruktur" und es konnten Projekte eingereicht werden, welche die Sicherung, den Erhalt und den Wiederaufbau von Infrastrukturen, wie Strecken und /oder Bahnbauwerken von Museums- und Touristikbahnen zum Thema haben, inklusive der damit zusammenhängenden Planungs- und Dokumentationsarbeiten. Die Leistungen mussten in den letzten Jahren entstanden und wegweisend oder innovativ für die Erhaltung und die Ausgestaltung des historischen, touristischen oder musealen Eisenbahnwesens in Österreich sein.
Folgende Projekte aus den ÖMT-Mitgliedsorganisationen wurden eingereicht:
Die Bewertung erfolgte durch eine unabhängige Jury:
Univ.-Prof. Dipl.-Arch. ETH Dr. Christian Hanus | Donau Universität Krems
Mag. Andrea Jöbstl-Prattes | Steiermark-Card
Dipl.-Ing. Dr. Richard Dieckmann | Bundesdenkmalamt
Harald Scherz | Bahnorama
Dr. Gerhard Michael Dienes | Universalmuseum Joanneum
In einem mehrstufigen Bewertungsverfahren ergab sich folgende Reihung der eingereichten Projekte:
1. Platz | Österreichisches Straßenbahn- und Lokalbahnbetriebsmuseum - „IG Museumstramway" 2. Platz | Nostalgiebahnen in Kärnten 2. Platz | Club Florianerbahn 4. Platz | Wiener Tramwaymuseum 5. Platz | Feistritztalbahn Betriebsgesellschaft mbH 6. Platz | Stainzer Flascherlzug, Florian-Schaar KG
Der Sprecher der Jury, Univ.-Prof. Dipl. Arch. ETH Dr. Christian Hanus - Leiter der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Donau-Universität Krems, betonte in seiner Rede zur Preisverleihung das hohe Niveau der eingereichten Projekte und begründete die nach folgenden Kriterien getroffenen Entscheidungen.
* Denkmalkriterien, musealer Aspekt, Authentizität * Öffentliche Wahrnehmung und Wirksamkeit, Tourismus * Nutzung, Betriebskonzept, Sicherheit * Soziale Aspekte, Freiwilligentätigkeit, Immaterielles Erbe * Finanzierung, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit
Dies führte zu einem äußerst knappen Ergebnis bei der Reihung. Hinter dem Siegerprojekt der Museumstramway Mariazell belegten der Club Florianerbahn und die Nostalgiebahnen in Kärnten mit gleicher Punktezahl somit den zweiten Platz.
In jedem Falle trägt der Österreichische Bahnkultur-Preis 2018 dazu bei, einmal mehr auf die Leistungen der Mitglieder des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen aufmerksam machen, um besonders im „Europäischen Jahr des Kulturerbes" ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern.
Die monetäre Dotierung des Preises wurde durch die freundliche Unterstützung folgender Unternehmen und Organisationen ermöglicht: