Österreichischer Bahnkultur-Preis
Mit diesem im Jahr 2016 erstmals ausgelobten Preis, dessen Vergabe im Zweijahresrhythmus, erfolgt, wird ein wichtiges und innovatives Werk, ein Projekt oder eine Organisation auf dem Gebiet der österreichischen Museums- und Touristikbahnen ebenso gewürdigt, wie außerordentliche Leistungen auf dem Gebiet der österreichischen Eisenbahngeschichte.
In unserem Land hat sich in den letzten Jahrzehnten eine bunte Vielfalt zahlreicher historischer Bahnen und Zugbetreiber etabliert. Diese vermitteln, mit ihren gut 3000 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, den Besuchern lebendige Technik und geben Einblick in den Bahnbetrieb vergangener Zeiten. Neben einer Vielzahl ehrenamtlich tätiger Organisationen, sind auf diesem Sektor aber auch einige Verkehrsunternehmen aktiv die sich Ihrer Tradition wohl bewusst sind. Sie bewahren Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen als unwiederbringliches technisches Kulturgut vor dem Verfall, zu dessen Erhaltung staatlichen Organisationen die finanziellen Mittel oder einfach nur das Interesse fehlt. Zum Kulturerbe zählen nicht nur Literatur, Kunst und Gegenstände, sondern man begegnet ihm auch in technischen Einrichtungen die wir täglich benutzen. Historische Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen sind demnach ebenso als wertvolles Kulturgut zu betrachten. Die Bewahrung von Strecken mit ihren Bauwerken, althergebrachter Handwerkskunst und Praktiken gehört genauso dazu wie der Aufbau von Sammlungen von Fahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen und Dokumenten.
Im Jahr 2026 liegt der Fokus des Österreichischen Bahnkultur-Preises auf dem Themenbereich „Infrastruktur". Die Leistungen müssen in den letzten (5) Jahren entstanden und wegweisend oder innovativ für die Erhaltung und die Ausgestaltung des historischen, touristischen oder musealen Schienenverkehrswesens in Österreich sein.
Ausgezeichnet werden Leistungen der Mitgliedsorganisationen des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen, die bedeutsam für die Bewahrung des Erbes der österreichischen Bahnen sind. Es können Projekte eingereicht werden, welche die Aufarbeitung, Wiedererrichtung oder Reparatur historischer Gebäude und Bahnanlagen zum Thema haben, inklusive der damit zusammenhängenden Planungs- und Dokumentationsarbeiten.
Zum Abgabetermin 15. Jänner 2026 wurden folgende Projekte aus den ÖMT-Mitgliedsorganisationen eingereicht:
Bahnhof Spitz NEU und Bahnhof Mariazell NEU | Niederösterreich Bahnen GmbH
Heizhaus Mariazell der Museumstramway | Museumstramway Mariazell und Erlaufseeschifffahrt
Historischer Lokschuppen St. Aegyd am Neuwalde | Österreichischer Club für Diesellokgeschichte
Neugestaltung des Localbahnmuseums der Tiroler MuseumsBahnen | Tiroler MuseumsBahnen
Neugestaltung des Bahnhofs und des gesamten Außengeländes am Standort Mäder des Rheinbähnle | Rhein-Schauen Museum und Rheinbähnle
Remise 1894 Gmunden | Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H.
Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt durch eine unabhängige Jury der folgende Persönlichkeiten aus den Bereichen Denkmalpflege, Eisenbahntechnik und -geschichte, Kunst und Kultur, sowie Tourismus und Medien angehören.
Univ.-Prof. Dipl. Arch. ETH Dr. Christian Hanus | Donau Universität Krems
Dipl.Ing. Dr. Richard Dieckmann | Bundesdenkmalamt
Gudrun Lamm | BAHNORAMA distributed by GUROLA e.U.
FH-Prof. Dipl.Ing. Otfried Knoll | Knoll Traffic und Touristic Solutions
Die Bekanntgabe des Bewertungsergebnisses ist für Anfang März 2026 vorgesehen.