Verbandsarbeit

Auf dieser Seite stellen wir die aktuellen Informationen über das Wirken des ÖMT zur Verfügung. Die bereitgestellten Informationen können uneingeschränkt verbreitet werden.

11. Dezember 2020

Verleihung des Österreichischen Bahnkultur-Preises 2020

 

Die Verleihung des Österreichischen Bahnkultur-Preises 2020 war ursprünglich im Rahmen der ÖMT-Herbsttagung am 13. November 2020 in Gmünd geplant. Durch deren Absage, in Folge der COVID-19-Maßnahmen, konnte dies allerdings nicht wie geplant erfolgen. Auch die verfügten Kontaktbeschränkungen und das Veranstaltungsverbot werden uns wohl noch weit über die Weihnachtsfeiertage hinaus begleiten und persönliche Treffen in größerem Kreis unterbinden. Damit der Österreichische Bahnkultur-Preis 2020 nicht erst im Jahr 2021 verliehen wird und damit seine vorgesehene Wirkung einbüßt, erfolgte am 11. Dezember 2020 die virtuelle Verleihung im Rahmen einer Videokonferenz. So war es auch möglich nicht nur die Repräsentanten der Preisträger, sondern auch die Presse und einen interessierten Personenkreis, per telematischer Übertragung, als Zuschauer einzubinden.

Bei aller Unterschiedlichkeit der aus 8 ÖMT-Mitgliedsorganisationen eingereichten Projekte gab es doch eine Gemeinsamkeit; das außerordentlich hohe Niveau der Bewerbungen. Das erschwerte die Arbeit der unabhängigen Jury, die aus Fachleuten der Materie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dipl. Arch. ETH Dr. Christian Hanus - Leiter der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Donau-Universität Krems - bestand. Daraus ergab sich in einem mehrstufigen Bewertungsverfahren ein äußerst knappes Ergebnis bei der Reihung, wobei das Projekt der Steirischen Eisenbahnfreunde als Sieger hervorging, knapp gefolgt von den punktegleichen Projekten der Bregenzerwaldbahn Museumsbahn und der Österreichischen Gesellschaft für Lokalbahnen. Auf Grund der Ausgeglichenheit der übrigen Bewerbungen wurde innerhalb dieser keine Reihung vorgenommen, diese gemeinsam an dritter Stelle platziert und mit der Verleihung eines Ehrenpreises entsprechend gewürdigt.

 1. Platz:

 

Einbau einer INDUSI in den Triebwagen VT 10.02

STEF-Steirische Eisenbahnfreunde

2. Platz:

 

Die Baureihe 2095 mit Vierachser-Garnitur

Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn

Die Wiederinbetriebnahme der NÖLB U.1

ÖGLB-Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen

3. Platz - Ehrenpreise

 

Die Aufarbeitung des Steuerwagens 6546.210

Bahn im Film

Das Projekt V 15

NÖVOG-Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft m.b.H

Die Aufarbeitung des Triebwagens 93 und des Beiwagens 111B der Grazer Straßenbahn

Tramway Museum Graz

Der Exkursionswagen 82 der Wiener Straßenbahn

VEF-Verband der Eisenbahnfreunde

Die Technische Anpassung historischer Fahrzeuge der Gmundner Straßenbahn für die Traunseetram

Verein Pro Gmundner Straßenbahn

In jedem Falle trägt der Österreichische Bahnkultur-Preis 2020 dazu bei, einmal mehr auf die Leistungen der Mitglieder des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen aufmerksam zu machen, um besonders in diesen schwierigen Zeiten ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern.

Die monetäre Dotierung des Preises wurde durch die Unterstützung des ÖMT und folgender bahnaffiner Unternehmen und Organisationen ermöglicht.

DB-Fahrzeuginstandhaltung GmbH

Arbeiterkammer Steiermark

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19. Oktober 2020

Absage der ÖMT-Herbsttagung von 13. bis 15. November 2020 in Gmünd

Vor dem Hintergrund steigender COVID-19-Infektionszahlen und den am 19. Oktober 2020 von der Bundesregierung beschlossenen Verschärfungen der Bestimmungen der COVID-19-Maßnahmenverordnung die mit Wirkung vom 23. Oktober 2020 in Kraft treten, hat sich der Vorstand des ÖMT - nach reiflicher Überlegung und in enger Abstimmung mit der NÖVOG-Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H. und dem WSV-Waldviertler Schmalspurbahnverein als Gastgeberorganisationen - entschlossen, die ÖMT-Herbsttagung 2020 in der vorgesehenen Form nicht durchzuführen.

Insbesondere die Bestimmungen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und die Sorge um das Wohlergehen aller Tagungsteilnehmer waren ausschlaggebend für diese Entscheidung. Darüber hinaus können wir nicht ausschließen, dass trotz Berücksichtigung aller derzeit gültigen COVID-19-Maßnahmen, sich diese bis zum Zeitpunkt der Tagung ändern oder durch regional verordnete Maßnahmen nicht allen Teilnehmern eine An- und Abreise ermöglicht wird. Dieser Entschluss ist uns nicht leicht gefallen, da die Vorbereitungen zur Durchführung der ÖMT-Herbsttagung bereits weit fortgeschritten sind und vor allem in diesen schwierigen Zeiten ein Erfahrungsaustausch innerhalb unserer Mitgliedsorganisationen von besonderer Wichtigkeit ist. Es ist jedoch besser diesen Schritt zu diesem Zeitpunkt zu setzen als kurzfristig und unmittelbar vor der Tagung. Der ÖMT steht seinen Mitgliedsorganisationen auch weiterhin uneingeschränkt über die Wege der Telekommunikation zur Verfügung.

Wir hoffen, dass sich die Situation in Bezug auf die COVID-19-Pandemie innerhalb der nächsten Monate, entweder durch eine Impfkampagne oder Herdenimmunisierung, konsolidiert haben wird und die Tagung spätestens im Herbst 2021 mit dem vorgesehenen Programm durchgeführt werden kann.


21. September 2020

Appell an die Bundesregierung zur Verlängerung des Unterstützungszeitraums für Non-Profit-Organisationen

Mit der Gründung des Unterstützungsfonds für Non-Profit-Organisationen konnte, den auf ehrenamtlicher Basis agierenden Organisationen, im Juli dieses Jahres die wirtschaftliche Basis für einen Weiterbestand geschaffen werden. Aus damaliger Sicht wurde der 30. September 2020 als Ende für den Zeitraum der zu gewährenden Unterstützungen festgelegt. Die schrittweisen Lockerungen der letzten Monate ließen das gesellschaftliche und kulturelle Leben, wenn auch in bescheidenem Maße, wieder zu und gaben den Anlass zur Planung von Veranstaltungen im Herbst. Insbesondere die Bestimmungen der mit 14. September 2020 in Kraft getretenen 10. COVID-19-LV Novelle und der mit 21. September 2020 in Kraft getretenen 11. COVID-19-LV Novelle, die eine wesentliche Reduktion der zulässigen Teilnehmeranzahl und zusätzliche Auflagen für Veranstaltungen vorschreiben, entzogen so manchen Non-Profit-Organisationen nunmehr die wirtschaftliche Basis für deren Weiterbestand. Bereits geplante Veranstaltungen müssen abgesagt werden und verursachen neben dem Einnahmenausfall mitunter auch den Verlust bereits getätigter Investitionen. Diese Situation wird sich wohl auch durch die rechtliche Verankerung der COVID-19-Ampelphasen nicht ändern, da jederzeit mit kurzfristig verfügten Einschränkungen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, auch auf Bezirksverwaltungsebene, gerechnet werden muss. Von einer Rechtssicherheit zur mittelfristigen Planung von Veranstaltungen kann, bis zur Entspannung der Situation durch eine „Herdenimmunisierung“ oder allumfassende Impfkampagne an der Bevölkerung, somit nicht ausgegangen werden. Auch das Ausbleiben monetärer Zuwendungen von Unternehmen oder Privatpersonen, die ja ebenfalls von den Auswirkungen der Krise betroffen sind, trägt teilweise zu einer prekären finanziellen Situation bei.

Der ÖMT-Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen richtete daher, als Interessensvertretung der an der Erhaltung und dem Betrieb historischer Bahnen und Schienenverkehrsmittel in Österreich aktiven Organisationen, einen Appell an das Bundesministerium für Kunst, Kultur, Öffentlicher Dienst und Sport, Vizekanzler und Bundesminister Mag. Werner Kogler sowie Staatssekretärin Maga. Andrea Mayer, den Zeitraum für die Unterstützung von Non-Profit-Organisationen um mindesten 6 Monate bis zum Frühjahr 2021 zu verlängern. Dies ist unumgänglich, um betroffenen Organisationen eine Perspektive für deren Weiterbestand zu geben und die kulturelle Vielfalt in unserem Land zu bewahren.


19. August 2020

Projekte zum Österreichischen Bahnkultur-Preis 2020 eingereicht

 

Folgende 8 Projekte zum Österreichischen Bahnkultur-Preis 2020 wurden aus den ÖMT-Mitgliedsorganisationen eingereicht.

  • Die Aufarbeitung des Steuerwagens 6546.210

  • Bahn im Film

  • Die Baureihe 2095 mit Vierachser-Garnitur

  • Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn

  • Das Projekt V 15

  • NÖVOG-Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft m.b.H

  • Die Wiederinbetriebnahme der NÖLB U.1

  • ÖGLB-Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen

  • Einbau einer INDUSI in den Triebwagen VT 10.02

  • STEF-Steirische Eisenbahnfreunde

  • Die Aufarbeitung des Triebwagens 93 und des Beiwagens 111B der Grazer Straßenbahn

  • Tramway Museum Graz

  • Der Exkursionswagen 82 der Wiener Straßenbahn

  • VEF-Verband der Eisenbahnfreunde

  • Die Technische Anpassung historischer Fahrzeuge der Gmundner Straßenbahn für die Traunseetram

  • Verein Pro Gmundner Straßenbahn

 Deren Bewertung erfolgt durch eine unabhängige Jury, die sich aus Fachleuten der Materie zusammensetzt.


23. Juli 2020

Die Sommersaison 2020 auf Österreichs Museums- und Touristikbahnen

Die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie führten Anfang März 2020 zu massiven Einschränkungen im gewohnten öffentlichen Leben und der Bewegungsfreiheit der europäischen Bevölkerung. Dies führte nicht nur zu einem völligen Stillstand der Touristikbranche in Österreich, sondern auch zu einem massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union.

Der in Österreich, wohl auch auf Grund restriktiver Maßnahmen, bislang durchwegs kontrollierte Verlauf der Infektionszahlen führte zu weiteren Lockerungsmaßnahmen. So war mit der 2. Novelle der COVID-19-Lockerungsverordnung mit 28. Mai 2020 die rechtliche Möglichkeit zur Betriebsaufnahme der Museums- und Touristikbahnen gegeben. Die bestehenden Ausnahmeregelungen für Massenverkehrsmittel fanden auch auf Museumsbahnen Anwendung die nach den jeweiligen Veranstaltungsgesetzen der Bundesländer betrieben werden. Dies ermöglichte somit einen wirtschaftlichen Betrieb, ohne massive Reduktion des Platzangebotes auf Grund einzuhaltender Sicherheitsabstände, jedoch unter Auflage des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes und entsprechender Hygienemaßnahmen wie auch in allen öffentlichen Verkehrsmitteln obligat. Eine Betriebsaufnahme erfordert allerdings entsprechende Vorbereitungen und auch der Information der Bevölkerung um Fahrgäste zum Besuch zu bewegen. Dies alles benötigt eine gewisse Zeit und führte dazu, dass sich der Saisonbeginn für die meisten Österreichischen Museums- und Touristikbahnen auf Anfang Juli verschoben hat. Auch werden ab 1. August 2020 wieder Veranstaltungen mit größerer Teilnehmerzahl möglich sein, wodurch die kurzfristig abgesagten Bahnhofsfeste und Jubiläumsveranstaltungen wohl im Herbst dieses Jahres nachgeholt werden können.

Anfang Juli 2020 wurden mit dem 20. COVID-19 Gesetz und der NPO-Fonds-Richtlinienverordnung auch die rechtlichen Voraussetzungen für die Unterstützung der Non-Profit-Organisationen geschaffen. Damit sollen die Folgen der COVID-19-Pandemie für gemeinnützige Vereine und Organisationen, die in Kunst, Kultur, Sport und im Sozialbereich tätig sind, abgefedert und sichergestellt werden, dass sie ihre wichtige Tätigkeit weiter fortführen können.

Nicht zu vergessen ist jedoch, dass auch bei der noch zu leistenden Unterstützung durch die öffentliche Hand, die wirtschaftliche Situation der oftmals auf ehrenamtlicher Basis agierenden Trägerorganisationen der Museumsbahnen, durch den gänzlichen Einnahmenverlust der so wichtigen Frühjahrssaison, äußerst angespannt ist. Leisten auch Sie einen Beitrag zur Sicherung des Weiterbestandes der Österreichischen Museums- und Touristikbahnen durch ihren Besuch. Erkunden Sie die Attraktionen unseres Landes, halten Sie sich an die verordneten Schutzmaßnahmen und Hygiene-Bestimmungen. Eine zwangsläufige Erhöhung der Infektionszahlen wird wohl durch die wiedererlangte Mobilität und Reiselust nicht zu vermeiden sein. Dies spiegelt sich auch in der Rücknahme einiger Lockerungsmaßnahmen wider und so besteht ab 24. Juli 2020 beim Betreten des Kundenbereichs einiger Einrichtungen wieder die Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes. Handeln Sie verantwortungsvoll und mit Hausverstand um eine „Zweite Corona Welle“ zu verhindern, denn eine erneute Betriebsuntersagung würden viele Bahnen nicht überstehen und deren Räder 2021 im „Europäischen Jahr der Schiene“ wohl stillstehen.


4. Mai 2020

Auswirkungen von COVID 19 auf Österreichs Museums- und Touristikbahnen

Da die Museums- und Touristikbahnen, sowie die Trägerorganisationen von Verkehrsmuseen - ebenso wie Kunst- und Kulturschaffende, Museen, Gastronomie und die gesamte Reisebranche - auf Einnahmen aus Tourismus und Freizeitgestaltung der Bürger angewiesen sind, verfügen diese seit Ostern über keinerlei Einnahmen, bei gleichzeitiger Bedienung der laufenden Kosten, wie etwa Mieten, Versicherung, Energie und Abgaben. Sie bewahren mit der Erhaltung von Bahnstrecken samt deren Bauwerken, althergebrachter Handwerkskunst und -praktiken, durch den Aufbau von Sammlungen von Fahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen und Dokumenten unwiederbringliches technisches Kulturgut vor dem Verfall. Sie vermitteln, mit ihren gut 3000 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, den Besuchern lebendige Technik und geben Einblick in den Bahnbetrieb vergangener Zeiten. Sie bereichern das touristische Angebot unseres Landes und stellen vor allem in strukturschwachen Regionen ein unverzichtbares Standbein zur Sicherung der Wirtschaftskraft dar.

In der letzten Aprilwoche ließen die Äußerungen der Bundesregierung über bevorstehende Lockerungen der bisherigen Bestimmungen Hoffnung auf eine mögliche Betriebsaufnahme mit Ende Mai 2020 aufkommen. Die am 30. April 2020 kundgemachte COVID-19-Lockerungsverordnung, die mit 1. Mai 2020 in Kraft und mit 30. Juni 2020 außer Kraft tritt, ließen diese Hoffnungen, durch die unmissverständlich formulierten Bestimmungen des § 9 „Sonstige Einrichtungen“, jedoch schwinden, da in diesem das Betreten von Museen und Ausstellungen, Seil- und Zahnradbahnen, sowie Museumsbahnen und Ausflugsschiffen durch Besucher untersagt wird.

Unter diesen rechtlichen Rahmenbedingungen ist somit von einem gänzlichen Ausfall der Frühjahrssaison 2020, als wichtige Einnahmequelle zur Deckung jährlich anfallender Fixkosten, auszugehen. Die zumeist auf ehrenamtlicher Basis agierenden Organisationen verfügen derzeit auch über keinerlei Möglichkeit sich, durch die ausschließlich für Unternehmen zur Krisenbewältigung geschaffenen Fördertöpfe, über Wasser zu halten. Darüber hinaus ist das Aufkommen an Spenden und Zuwendungen von Sponsoren, durch den Wegfall der Besuchsmöglichkeiten und die Absage geplanter Veranstaltungen, total eingebrochen. Die zeitnahe Unterstützung dieser Organisationen ist geboten um laufende Zahlungen leisten zu können ohne damit deren Weiterbestand in Frage zu stellen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch einige Verkehrsunternehmen, als Betreiber der Zahnradbahnen in denen unter Beachtung der Bestimmungen für Öffentliche Verkehrsmittel sicher kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestünde, vom Wegfall der Einnahmen aus der Frühjahrssaison massiv betroffen sind.

Bereits am 20. März 2020, hat der ÖMT-Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen einen Unterstützungsappell an das Bundesministerium für Kunst, Kultur, Öffentlicher Dienst und Sport, Vizekanzler und Bundesminister Mag. Werner Kogler sowie Staatssekretärin Maga. Ulrike Lunacek, und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Bundesministerin Elisabeth Köstinger gerichtet und auch entsprechende Antwortschreiben erhalten in denen entsprechende Unterstützung in Aussicht gestellt wurde. Bislang beziehen sich alle von der Regierung beschlossenen Regelungen jedoch nur auf Unternehmen und Non-Profit-Organisationen sind darin nicht berücksichtigt. Deshalb hat sich der ÖMT am 4. Mai 2020 neuerlich mit einem Appell an Mitglieder der Bundesregierung gewandt, nicht auf diese - ohnehin im Schatten der kulturellen Aktivitäten und der Tourismuswirtschaft stehenden und nicht mit Zuwendungen der öffentlichen Hand gesegneten - Organisationen zu vergessen und finanzielle Hilfe zu gewähren.

Der Saisonbeginn für die meisten Österreichischen Museums- und Touristikbahnen, sowie Bahnmuseen wird sich aus heutiger Sicht auf Anfang Juli 2020 verschieben. Über die Betriebszeiten, aktuelle Angebote und Sicherheitsmaßnahmen informieren die jeweiligen Internetauftritte unserer Mitgliedsorganisationen. Leisten auch Sie einen Beitrag zur Sicherung deren Weiterbestandes durch ihren Besuch und erkunden Sie die Attraktionen unseres Landes in einer Zeit, die Fernreisen sobald wohl nicht mehr zulässt.


15. März 2020

15-jähriges Bestandsjubiläum des ÖMT

Österreich kann bereits auf eine über 175-jährige Geschichte seines Schienenverkehrswesens zurückblicken. Historische Bauwerke, Bahnstrecken und Fahrzeuge als technische Denkmäler zu bewahren wird als Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen angesehen. Neben Verkehrsunternehmen, die sich Ihrer Tradition wohl bewusst sind, ist auf diesem Sektor aber auch eine Reihe ehrenamtlich tätiger Organisationen aktiv. Diese vermitteln, mit ihren gut 3000 freiwilligen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, den Besuchern lebendige Technik und geben Einblick in den Bahnbetrieb vergangener Zeiten. Sie bewahren Schienenfahrzeuge und bahntechnische Einrichtungen als unwiederbringliches technisches Kulturgut vor dem Verfall, zu dessen Erhaltung staatlichen Organisationen die finanziellen Mittel oder einfach nur das Interesse fehlt. Obwohl auf dem Sektor des historischen Schienenverkehrswesens bereits seit dem Jahre 1950 Aktivitäten gesetzt und im Laufe der Zeit zahlreiche Vereinigungen gegründet wurden, verfügten diese Gruppierungen durch mehr als fünf Jahrzehnte über keine Interessensvertretung.

Vor nunmehr 15 Jahren, am 19. März 2005 erfolgte - unter der ZVR-Zahl: 078840141 - die vereinsrechtliche Genehmigung des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen - kurz ÖMT genannt, mit der Einladung zur Aufnahme der Vereinstätigkeit. Zuvor galt es jedoch die Rahmenbedingungen für dessen Wirken und Aufgabenbereich klar zu definieren und eine Satzung zu erstellen, um den österreichischen Rechtsvorschriften zu entsprechen. Nach intensiven Vorbereitungen konnte dies den Repräsentanten eines Gros der in Österreich an der Bewahrung des historischen Schienenverkehrs aktiven Organisationen in der Gründungsversammlung am 30. Oktober 2004 in Mariazell präsentiert werden. Als Fachverband will der ÖMT keinesfalls in das Wirken der Mitgliedsorganisationen eingreifen., sondern nur beratende und koordinierende Funktionen ausüben. Vorschriften zu machen oder Richtlinien zu erlassen liegt ebenso fern wie eine Gleichschaltung der bunten Szenerie, die sich in unserem schönen Land im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Daher erhielten auch alle in Österreich auf dem schienenverkehrshistorischen Sektor aktiven Vereine, Gesellschaften und Verkehrsunternehmen eine Einladung zur Mitarbeit im ÖMT. Alle jene, die diese Einladung aus den unterschiedlichsten Gründen bisher noch nicht wahrgenommen haben, sind uns auch in Zukunft willkommen.

Das Wirken des ÖMT erstreckt sich nicht nur auf das Gebiet der Republik Österreich, sondern auch auf die von Österreich in technik- und verkehrsgeschichtlicher Weise geprägten Regionen. Die jeweils im Frühjahr und Herbst stattfindenden Verbandstagungen bilden einen geeigneten Rahmen zur Förderung des Erfahrungsaustausches. Zum Erreichen der gesteckten Ziele langt es aber keineswegs sich in diesen Verbandstagungen auszutauschen. In speziellen Arbeitskreisen, denen Fachleute aus den Mitgliedsorganisationen angehören, wird das vorhandene Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten gebündelt und aufbereitet. Der im Jahre 2016 erstmals ausgelobte Österreichische Bahnkultur-Preis soll auf die Leistungen der Mitglieder des ÖMT aufmerksam machen, sowie ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung steigern. Mit der im Zweijahresrhythmus stattfindenden Vergabe dieses Preises wird ein wichtiges und innovatives Werk, ein Projekt oder eine Organisation auf dem Gebiet der österreichischen Museums- und Touristikbahnen ebenso gewürdigt, wie außerordentliche Leistungen auf dem Sektor der österreichischen Eisenbahngeschichte.

Somit ist es in den 15 Jahren seines Bestandes gelungen im ÖMT eine Standesvertretung zu schaffen, die sich mittlerweile etabliert und ihre Stellung entsprechend gefestigt hat. Der ÖMT zählt zum Stichtag 1. Jänner 2020 insgesamt 40 Vereinigungen und Verkehrsunternehmen zu seinen ordentlichen Mitgliedern. Darüber hinaus unterstützen Organisationen, sowie Unternehmen für bahnspezifische Lieferungen und Leistungen die Arbeit des ÖMT als „Assoziierte Mitglieder“ und „Fördernde Mitglieder“. Durch die Mitgliedschaft des ÖMT bei FEDECRAIL - der Europäischen Föderation der Museums- und Touristikbahnen - eröffnen sich unseren Mitgliedsorganisationen neue Perspektiven in der Zusammenarbeit, des Erfahrungsaustausches und der Nachwuchsförderung auf internationaler Ebene. Die Mitgliedschaft im Fachverband der Schienenbahnen ermöglicht es, die Anliegen der ÖMT-Mitgliedsorganisationen auch in der Interessensvertretung der Wirtschaftskammer Österreich vorbringen zu können.

Die Herausforderungen der nächsten Jahre stellen sich vielfältig dar, ist doch das Umfeld in denen historische Schienenfahrzeuge und Bahnen betrieben werden ständigen Veränderungen unterworfen. Um all diese Themen einer Lösung zuzuführen ist nicht nur die intensive Beteiligung aller ÖMT-Mitgliedsorganisationen erforderlich, sondern auch der Beitritt der wenigen noch nicht zum Verband gehörigen Museumsbahnen wünschenswert, denn nur gemeinsam sind wir stark um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.


1. Februar 2020

ÖMT richtet Appell an die Tiroler Landesregierung zum Erhalt der Achenseebahn

Die jüngsten Entwicklungen um die Achenseebahn erfüllen den ÖMT - als Interessensvertretung der am Betrieb historischer Bahnen aktiven Organisationen - mit großer Sorge und lassen um deren Fortbestand fürchten. Das im Vorjahr begangene 130-jährige Bestandsjubiläum sollte nicht das letzte dieser Bahn gewesen sein. Besonders deswegen, weil in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel, nicht nur in die Aufarbeitung des historischen Fahrzeugparks, sondern auch in die Streckenerhaltung des Zahnstangenabschnittes zwischen Jenbach und Eben geflossen sind, um deren Bestand auch für die Zukunft zu sichern.

Die Achenseebahn ist nicht nur die älteste in Österreich in Betrieb befindliche Zahnradbahn, sondern stellt in ihrer Gesamtheit auch unwiederbringliches technisches Kulturgut dar. Ihr Bekanntheitsgrad erstreckt sich nicht nur auf das Land Tirol, sondern weit über die Grenzen Österreichs. Darüber hinaus zählt sie zum fixen Tourismusangebot der Achenseeregion und ein nicht unerheblicher Anteil der Gäste wählt, gerade wegen dieser einzigartigen Bahn, diesen Landesteil als Urlaubsziel. Auf diese Weise leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen, auch außerhalb des unmittelbaren Bahnbereichs.

Unbestritten sei, dass die Erhaltung einer Eisenbahninfrastruktur nicht alleine aus den erzielten Fahrgeldeinnahmen gedeckt werden kann und Unterstützung aus Mitteln der öffentlichen Hand bedarf. Ohne entsprechende Finanzierungshilfen wäre wohl in Österreich über viele Bahnen bereits das Aus gekommen. Beispielsweise halten sich die, vor allem zur Sanierung des Oberbaues der Reibungsstrecke zwischen Eben und Seespitz, erforderlichen Mittel in überschaubaren Grenzen, doch stellen sie für diese kleine Bahn eine fast unüberwindliche zusätzliche finanzielle Belastung dar.

Im Zeitalter von Bekenntnissen zum Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Bevorrangung der „Schiene als Verkehrsträger mit Zukunft“ wäre die Einstellung des Betriebes der Achenseebahn ein fatales Signal gegen die Zeichen der Zeit und somit eine äußerst fragwürdige Entscheidung. Ähnliche Geschehnisse aus der Vergangenheit, die im Nachbarbundesland Salzburg letztendlich die Einstellung von Bahnstrecken zur Folge hatten, führten vielleicht zur mittelfristigen Entlastung des Budgets öffentlicher Stellen. Sie hinterließen jedoch unübersehbare Lücken im Angebot des Öffentlichen Verkehrs der gesamten Region. Händeringend sucht man nunmehr nach Alternativen zur Bewältigung der anstehenden Probleme, die bei einem Weiterbestand der Bahnen nicht in dieser geballten Form vorhanden wären.

Der ÖMT richtete einen dringenden Appell an Landeshauptmann Günther Platter und weitere Entscheidungsträger der Tiroler Landesregierung, mit aller Kraft für den weiteren Erhalt der Achenseebahn einzutreten. Sie stellt nicht nur einen Meilenstein auf dem Gebiet der österreichischen Eisenbahngeschichte dar, den man auch in Archiven nachlesen kann. Die Achenseebahn soll auch in Zukunft den Besuchern Technikgeschichte lebendig vermitteln und die Zeit zum Genuss der Schönheiten unseres Landes bieten ohne sich in Autokolonnen auf den Straßenverkehr konzentrieren zu müssen.


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